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Lesung MARJANA GAPONENKO Liest aus dem Roman „Wer ist Martha?“

Lesung 28 11 20142013 erhielt die in Odessa geborene Schriftstellerin Marjana Gaponenko den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Mit ihrem Roman «Wer ist Martha?» hat die in Wien lebende Marjana Gaponenko einen «neuen, aufregenden Ton» in die deutschsprachige Gegenwartsprosa gebracht“, so die Jury. ……am taiat 1 paragraf

„Hymnisch bespricht Beate Tröger Marjana Gaponenkos neuen Roman „Wer ist Martha?”. Einmal mehr stelle die ukrainische, in Mainz lebende Autorin ihr Talent unter Beweis, ebenso humorvoll wie tiefgründig, überschwänglich und zugleich nüchtern zu erzählen und dabei kunstvoll, aber nie ästhetizistisch mit Worten zu spielen. Und so folgt die verzückte Rezensentin Gaponenkos wunderbar eigensinnigem und skurrilem Helden Lewadski, einem sechsundneunzigjährigen, emeritierten Ornithologen, der sie nicht nur an eine Figur aus einer Erzählung von Isaak Babel erinnert, sondern darüber hinaus zum „herzerwärmenden” Sinnbild eines alten, ganz der Kunst und Wissenschaft verpflichteten Europas wird. Diesen fulminanten, tragikomischen Roman kann die Kritikerin nur mit Nachdruck empfehlen.“ (Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2013)

Wer ist Martha? ist ein wunderbar kühner Roman und ganz großes Kino. Es geht um die Freude am Dasein, die Würde des Menschen, die Liebe zur Schöpfung. Wer ist Martha? ist ein Roman in Frack und Fummel, so phantastisch und originell, so lebendig und frech, dass sich selbst noch der Tod darüber kaputtlacht. “ (Marjana Gaponenko, 2014)

„Marjana Gaponenko verbindet hohes Pathos mit Slapstick; sie zeichnet in den Zirkusfarben von Pomp und Pauken und im leisen Sfumato der Zärtlichkeit. «Wir meinen es gut, nicht wahr?», sagt Lewadski zu seinem orientalischen Butler Habib, den er zu lieben begonnen hat wie einen Sohn. (Und der auch ihn, was immer das sein mag, in wunderbarer professioneller Distanz: liebt.) Dieses Buch ist radikale Neoromantik und feiert schwungvoll die grosse Opera buffa der unerschöpflichen Kreatur. Es gehe ihr nicht um die Handlung, hat Marjana Gaponenko (Jahrgang 1981) in einem Interview gesagt, sondern «um eine andere Klarheit, die nicht benannt werden muss, um zu sein». Das ist formuliert gegen die Stringenz der diktatorischen Vernunft und für die Gnade des scheinbar anarchischen Empfindens, das aber vielleicht nur geheimeren Gesetzen folgt. So setzt Gaponenko auf Lux und Luxus, Schönheit und Gefieder; sie zelebriert eine erlesen erschriebene Üppigkeit, die so herrlich täuschend nur Literatur schenken kann. Ein Buch wie ein grandioses Fest, sicher wie ein Kinderglaube, und wo es intellektuell haltlos wäre, wird es souverän getragen durch eine mutige Sprache, die erstaunt bis zum Schluss.“ (Angelika Overath 9.10.2012, Neue Zürcher Zeitung)

Marjana Gaponenko

Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa geboren. Bereits mit vierzehn Jahren schrieb sie ihr erstes Gedicht auf Deutsch, einer Fremdsprache, für die sie bis heute eine tiefe Leidenschaft empfindet. Nach zahlreichen lyrischen Arbeiten veröffentlichte Marjana Gaponenko 2010 ihren ersten Roman „Annuschka Blume“. Für ihren zweiten Roman „Wer ist Martha?“ erhielt sie 2013 den Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung und den österreichischen Literaturpreis Alpha.

Publikationen

  • Wie tränenlose Ritter. Gedichte, Tanz vor dem Gewitter. Gedichte, 2001.
  • Freund. Gedichte, 2002 / Prieten (Rumänisch von Daniel Pop), 2003.
  • Reise in die Ferne, 2003.
  • Die Löwenschule. Eine wahre Geschichte für Kinder und Erwachsene, 2008.
  • Nachtflug. Gedichte, 2007Annuschka Blume. Roman, 2010
  • Wer ist Martha?. Roman. Suhrkamp, Berlin 2012
  • Theo Breuer (Hg.): NordWestSüdOst. Gedichte von Zeitgenossen, 2003.
  • Daniela Egger (Hg.): Austern im Schnee und andere Sommergeschichten. Eine literarische Landkarte von Lech und Zürs. 2008.
  • Shafiq Naz (Hg.): Der deutsche Lyrikkalender. Jeder Tag ein Gedicht, 2009.
  • Christoph Buchwald und Uljana Wolf (Hg.): Jahrbuch der Lyrik, 2009.
  • Axel Kutsch (Hg.): VersnetzeVersnetze_zweiVersnetze_drei. Deutschsprachige Lyrik, 2008, 2009, 2010.

Auszeichnungen und Preise